E-Learning im Wissensmanagement
Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung
lebenslangen Lernens wächst der Bedarf an flexiblen, modularen und skalierbaren
Bildungsangeboten insbesondere in der Aus- und Weiterbildung im Unternehmen.
Einerseits wird die Zeitspanne, in der einmal erworbenes Wissen eingesetzt werden
kann, immer kürzer. Derzeit liegen die Halbwertszeiten des Wissens im Berufsleben
etwa bei folgenden Werten:
- Schulwissen: ca. 20 Jahre
- Hochschulwissen: ca. 10 Jahre
- Berufliches Fachwissen: ca. 5 Jahre
- Technologie-Wissen: ca. 3 Jahre
- IT-Fachwissen: ca. 1 Jahr
Auf der anderen Seite nimmt die Menge der angebotenen Informationen
ständig zu. Derzeit kann man sagen, dass sich etwa alle zehn Jahre die
Zahl der wissenschaftlichen Fachpublikationen verdoppelt. Eine Gesamtbetrachtung
ergibt, dass sich die gesamte wissenschaftliche und technische Informationsmasse
sich seit den neunziger Jahren ca. alle 5-6 Jahre verdoppelte. Mittlerweile
ist dieser Zyklus extrem angestiegen. Sieht man die globalen Zusammenhänge
und die Entwicklung der Märkte, so wird deutlich, dass dieser Trend einen
immer größeren Teil der Unternehmen und Mitarbeiter erfasst.
Kann nun E-Learning zur Deckung dieses zunehmenden und individualisierten
Wissensbedarfs einen wesentlichen Beitrag leisten?
Eine qualitative Verbesserung konkreter Wissenssituationen ist durch
den Einsatz von E-Learning ohne Frage möglich, jedoch keineswegs ein Selbstläufer
oder Automatismus. In vielen Bereichen, in denen die neuen interaktiven E-Learning-Konzepte
prinzipiell Vorteile bringen könnten, wird aufgrund technischer, personeller
und administrativer Rahmenbedingungen mittelfristig ein Nebeneinander computergestützter
und traditioneller Formen der Wissensvermittlung zu erwarten sein (Blended Learning).
Der Einsatz von E-Learning bzw. computerunterstützter Lernsysteme ist nur
dann erfolgreich, wenn eine Vielzahl von Faktoren aufeinander abgestimmt sind.
Durch E-Learning kann ein hoher Grad an Anschaulichkeit erreicht werden, da
vielfältige Visualisierungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen,
die mit herkömmlicher Technologie nur schwer umzusetzen bzw. allgemein
verfügbar zu machen sind. Durch Integration von webbasierter Kommunikationstechnologie
ist eine räumliche und zeitliche Trennung von Lehrenden und Lernenden möglich,
die über effiziente Kommunikationsmechanismen dennoch im Austausch miteinander
stehen können.
Wie die methodischen und didaktischen Bedingungen für Lehrende
und Lernende zu verbessern und den aktuellen Bedürfnissen anzupassen sind,
können Sie, liebe Leserinnen und Leser, zeitgleich auf zwei internationalen
Kongressmessen erfahren. Die Didacta öffnet vom 09.-13. Februar in Köln,
die Learntec vom 10.-13. Februar in Karlsruhe ihre Tore. In beiden Fällen
erwartet Sie ein hohes Niveau ausstellender Firmen und Verbände, ein überaus
anspruchsvolles Kongressprogramm mit Seminaren, Arbeitskreisen und Vorträgen.
In der Hoffnung, dass sich die beiden Messeveranstalter hinsichtlich ihrer Terminplanung
künftig besser abstimmen, wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche Aus-
und Weiterbildung ihres Wissens.
Ihr
Oliver Lehnert
|