Die Talsohle auf dem krisengeschüttelten ERP-Markt in Deutschland ist durchschritten. Der wirtschaftliche Aufschwung hat vor allem bei mittelständischen Unternehmen zu einer erhöhten Investitionsbereitschaft in ihre IT-Infrastruktur geführt. Das ist eines der Ergebnisse der SoftTrend Studie „ERP-Software 2008“. Die Erhebung zeigt, dass die befragten IT-Leiter kurz- und mittelfristig Investitionen in den Kernbereichen ERP (72,6 Prozent) und CRM (64,3 Prozent) planen. Auch das Thema Business Intelligence (BI) hat in diesem Zusammenhang weiter an Bedeutung gewonnen. Von den Teilnehmern stufte mehr als die Hälfte die integrierte BI-Module als wichtig bis sehr wichtig beim Neukauf ein. Von ihnen erwarten sich die IT- und Fachbereichsverantwortlichen eine tiefere Integration mit dem ERP-System, die eine proaktive Gestaltung von unternehmensrelevanten Prozessen und nicht nur eine reaktive Aufarbeitung von Datenmaterial möglich macht. Auch beim Thema CRM rücken analytische Komponenten in den Fokus, die die Forderung einer engeren Verzahnung der Bereiche ERP, CRM und BI innerhalb einer Applikationsfamilie betonen.
Auf Anbieterseite wurden im Rahmen der SoftTrend-Studie „ERP-Software 2008“ 71 Systeme von 67 verschiedenen Herstellern untersucht. Hatten die Unternehmen im Jahr 2004 mit Recht noch die Überalterung des Lösungsmarktes beklagt, ist heute eine deutlich Aufbruchstimmung zu spüren. Diese ist nicht zuletzt auf die technologische Neuorientierung vieler ERP-Lösungsansätze zurückzuführen. So sind vermehrt Java-basierende, plattformunabhängige ERP-Lösungen auf dem Markt, die sich verstärkt von spezifischen Server-Umgebungen lösen. Doch auch auf horizontaler Ebene werden die technologischen Neuheiten der vergangenen Jahre mit eigen entwickelten Modulen ausgestattet, zum Beispiel für das Rechnungswesen, die Finanzbuchhaltung oder für den Bereich CRM. 93 Prozent aller untersuchten Lösungen haben bereits ein CRM-Modul und 91,5 Prozent ein Modul für Finanzbuchhaltung integriert. Knapp 80 Prozent bieten ein Dokumenten Management System und fast 85 Prozent verfügen über Business Intelligence Funktionalitäten.
Auch die stärkere Einrichtung von integrierten Groupware-Funktionen, wie etwa Terminkalender, E-Mail-Clients, Aufgabenmanager, Adressbuch oder Short-Messenger ist zu beobachten, um es Anwendern an Nichts fehlen zu lassen, was sie aus der Windows-Umgebung kennen. Viele ERP-Hersteller passen ihre Standard-Lösungen auch immer mehr spezifischen Branchen an und haben neue Funktionsbausteine, zum Beispiel für die Bereiche Pharma, Food, Chemie und Logistik in das Leistungsportfolio integriert.
Strategisch an Bedeutung gewonnen haben On-Demand-Konzepte, die für kleinere und wachstumsorientierte Unternehmen angeboten werden und schnellere sowie kostengünstigere Einführungsprojekte in Aussicht stellen. Die gut kalkulierbaren Einstiegs- und geringeren Betriebskosten machen diese Lösungen aus kaufmännischer Sicht besonders attraktiv. Die Entwicklung eines On-Demand-ERP-Systems trägt zudem aufgrund der klar geregelten Verantwortlichkeiten auch den steigenden Sicherheitsanforderungen Rechnung, ohne eigene Ressourcen für Wartung, Pflege, Instandhaltung, Upgrades, Stabilität und Systemsicherheit bereitstellen zu müssen.
Mit der SoftTrend Studie 253 zum Thema „ERP Software 2008“ hat die SoftSelect GmbH eine Neuauflage ihrer regelmäßig aktualisierten Marktstudie zum Thema Software-Einsatz im ERP-Umfeld erstellt. Dabei wurden sowohl deutsche als auch international ausgerichtete Hersteller von ERP-Lösungen sowie (OEM-)Anbieter von Rechnungswesenlösungen untersucht. An der diesjährigen SoftTrend Studie haben insgesamt 67 Unternehmen mit 71 Lösungen teilgenommen. Ziel der Studie ist es, Anwendern einen Überblick über den Leistungsumfang und den technologischen Status quo vorhandener Lösungen zu verschaffen sowie die Perspektiven des ERP-Marktes zu beleuchten.