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Start : Online Magazin : News : 2008 : März : Weiterbildung: Das Fünf-Punkte-Programm für kontinuierlichen Wissenszuwachs

Weiterbildung: Das Fünf-Punkte-Programm für kontinuierlichen Wissenszuwachs

Laut einer Studie des VDI Wissensforum wird der derzeitige Fachkräftemangel durch schlechte Personalpolitik und zu geringe Investitionen in Weiterbildungsmaßnahmen deutlich verschärft. Der VDI hat daher ein Fünf-Punkte-Programm zur gezielten Förderung von Know-how-Trägern erstellt. Um einen kontinuierlichen Wissenszuwachs zu gewährleisten, sollten Mitarbeiter demnach fünf Prozent ihrer Arbeitszeit für Weiterbildungsmaßnahmen nutzen können.

1. Kontinuierlich: Aktuell werden durchschnittlich 2,1 Prozent der Arbeitszeit für die Weiterbildung außerhalb des eigenen Betriebs aufgewendet. „Nur wenn kontinuierlich mindestens fünf Prozent der Arbeitszeit zur Weiterbildung genutzt wird, kann ein Ingenieur technisch immer auf dem aktuellen Stand sein und seine Kenntnisse gezielt weiterentwickeln“, erklärt Timo Taubitz, Geschäftsführer des VDI Wissensforums.

2. Qualifizierend: Das Potenzial eines Mitarbeiters wird aktuell kaum berücksichtigt. Stärken und Schwächen werden nicht differenziert erfasst und Weiterbildungsmaßnahmen nicht danach ausgerichtet. Entweder wird „Weiterbildung mit der Gießkanne“ betrieben oder es findet ein Minimalprogramm statt, wo nur bei konkreten Problemen punktuell Weiterbildung stattfindet. „Weiterbildung muss Mitarbeiter gezielt weiterqualifizieren“, fordert Taubitz. „Kompetenzen müssen gezielt so entwickelt werden, dass sich für den Mitarbeiter eine dauerhafte Perspektive bietet. Wenn das geschieht, qualifizieren die Unternehmen ihre Mitarbeiter für zukünftige Aufgaben.“

3. Aufgabenspezifisch: Weder bei den Anforderungsprofilen noch bei der Weiterbildung machen Unternehmen einen signifikanten Unterschied in Bezug auf Karrierewege, Positionen oder Fachbereiche. „Anforderungen müssen jeweils gezielt erfasst werden und in das Weiterbildungsprogramm einfließen“, so Taubitz. Ein Ingenieur in einer Fachkarriere sollte den Fokus auf die fachliche Kompetenz legen und gezielt benötigte Soft-Skills trainieren. In einer Projektkarriere ist es wichtig, neben der fachlichen die methodische und soziale Kompetenz zu fördern. Wohingegen Mitarbeiter in Führungspositionen persönliche und soziale Kompetenzen ausbilden sollten.

4. Bindend: Da gute Fachkräfte, zum Beispiel Ingenieure, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Mangelware sind, können es sich die Unternehmen nicht leisten, dass Mitarbeiter das Unternehmen verlassen. „Gute Weiterbildungsangebote steigern die Mitarbeiterzufriedenheit und damit auch deren Bindung ans Unternehmen“, begründet Taubitz diesen Zusammenhang. „Der Aufwand, einen Mitarbeiter durch Förderung im Unternehmen zu halten, ist wesentlich geringer, als einen neuen zu gewinnen und einzuarbeiten.“

5. Strategisch: Vielfach versuchen die Unternehmen, bei neuen Herausforderungen neues Personal einzustellen, anstatt die eigenen Mitarbeiter auf diese Aufgaben vorzubereiten. „Gerade jetzt, wo hoch qualifiziertes Personal auf dem Arbeitsmarkt rar ist, besitzt die Kompetenz der eigenen Mitarbeiter hohes strategisches Potenzial für die Unternehmen“, beurteilt Taubitz. „Kein Unternehmen kann sich Ingenieure leisten, die technisch nicht auf dem aktuellen Stand oder den Anforderungen ihrer Position nicht gewachsen sind. Und auch kein Ingenieur kann sich Stillstand leisten, denn nur lebenslanges Lernen sichert eine lebenslange Beschäftigung.“

Mehr unter: www.vdi-wissensforum.de


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