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Start : Online Magazin : News : 2008 : März : DistancE-Learning in Deutschland: Vorbild in punkto Qualität

DistancE-Learning in Deutschland: Vorbild in punkto Qualität

Branchentalk des Forum DistancE-Learning hat gezeigt: Der neue Qualitätsstandard für Fernlernen sowie betreutes E-Learning bietet hohe internationale Akzeptanz. Mit der „PAS 1037 quality specifications for distance learning providers“ hat der Fachverband einen Qualitätsstandard für Anbieter von Fernlehrgängen und betreutem E-Learning geschaffen, der zukünftig verschiedene Prüfverfahren zusammenfassen kann und auch international Maßstäbe setzt. Damit zeichnet sich endlich die Lösung ab, nach der die DistancE-Learning-Branche schon seit Jahren sucht. „Die intensive Qualitätsdebatte der letzten Jahre hat der Branche einerseits gut getan. Andererseits sind viele Modelle zur Qualitätsprüfung parallel entstanden. Dies führte zu Mehraufwand für die Anbieter und zu Verwirrung auf Seiten der Verbraucher.“ So beschrieb Barbara Veltjens, Beraterin für Prozess- und Qualitätsmanagement und Facilitating im Bildungsbereich, die aktuelle Situation zur Eröffnung des Branchentalks. Genau hier konnte der Fachverband auf dieser Veranstaltung wichtige Fortschritte hin zu mehr Transparenz und Einheitlichkeit vermelden.

Wichtigster Schritt für eine Harmonisierung der verschiedenen Qualitätsprüfverfahren ist die Veröffentlichung der „PAS 1037 quality specifications for distance learning providers“. Ergänzend zur staatlichen Zulassung von DistancE-Learning-Kursen gibt es damit erstmals eine passgenaue Zertifizierung der Anbieter selbst, die den besonderen Anforderungen mediengestützten Lernens gerecht wird. So wird mit dem zertifizierbaren Qualitätsmanagement-System wird unter anderem nachprüfbar gemacht, wie ein Anbieter seine Bildungsangebote entwickelt, durchführt und verbessert, wie die Qualifikation und Kompetenz der Fernlehrer bzw. Tutoren und eine einheitliche Qualität des Betreuungsservices für den Teilnehmer sicher gestellt werden.

Auch auf Hochschulebene setzt sich der neue Qualitätsstandard durch: Die Akkreditierungsagentur FIBAA (Foundation for International Business Administration Accreditation) hat die zu Grunde liegenden Anforderungskriterien in ihre Akkreditierungsverfahren eingearbeitet. Andere Akkreditierungsagenturen werden sich hoffentlich anschließen. Sedika Rashid, stellvertretende Leiterin Programmakkreditierungen der FIBAA, erläuterte: „Die FIBAA akkreditiert bereits seit dem Jahr 2000 Fernstudiengänge. Im September 2007 fand, unter Einbeziehung von Fernstudienexperten aus dem Verband der Privaten Hochschulen, eine Aktualisierung des FIBAA-Kriterienkatalogs für Fernstudiengänge statt. Durch die Anpassung können wir jetzt noch besser die unterschiedlichen Anforderungen, die Fernlehre im Vergleich zu einem Präsenzstudium mit sich bringt, bewerten.“

Mit seiner Entscheidung, die vom Deutschen Institut für Normung e.V. (DIN) im Jahr 2004 herausgegebene PAS 1037 für die speziellen Anforderungen der DistancE-Learning-Branche weiterzuentwickeln, lag der Fachverband Forum DistancE-Learning auch im Hinblick auf die internationale Anbindung „goldrichtig“, so Walter Brückner, Geschäftsstellenleiter der RKW Berlin GmbH: „Zurzeit läuft ein internationales Normungsvorhaben für Bildungsdienstleistungen, das auf den in Deutschland etablierten Maßstäben zur Qualitätssicherung aufbauen wird.“ Das ISO-Komitee mit Experten aus 34 Ländern hat sich darauf verständigt, die deutsche PAS 1037 als Grundlagendokument für eine neue ISO-Norm für Bildungsdienstleistungen zu nutzen. Diese wird voraussichtlich bis 2010 erarbeitet.

Schon jetzt ist die PAS 1037-Spezifikation der einzige Qualitätsstandard in Deutschland für DistancE-Learning, der kompatibel ist zu internationalen Standards wie ISO 9001. Innerhalb Deutschlands können sich Anbieter mit diesem System zudem auf vereinfachte Verfahren einstellen: Wer beispielsweise eine von der Arbeitsagentur geförderte berufliche Maßnahme anbieten möchte, hat wesentliche Anforderungen mithilfe der Zertifizierung nach PAS 1037 bereits erfüllt und erhält auf dieser Basis zügig eine Zulassung nach AZWV (Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung). Und Michael Vennemann, Leiter der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU) erwartet, dass die PAS-Zertifizierung ein schlankeres ZFU-Verfahren zur Zulassung neuer Fernlehrgänge möglich machen wird.

Mehr unter: www.forum-distance-learning.de


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