ERP: Dringender Modernisierungsbedarf im Mittelstand
Mittelständische Unternehmen haben großen Nachholbedarf bei ERP-Lösungen – sie bringen mehrheitlich aber auch die für Modernisierungen nötige Investitionsbereitschaft mit. Aufgrund des hohen Betreuungs- und Supportaufwandes entscheiden sie sich dabei aber immer häufiger für eine Outsourcing-Lösung. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie zum „Einsatz von ERP-Systemen in KMUs“.
Insgesamt befragte die Kinamu Business Solutions AG gemeinsam mit dem Marktforscher IDC und der Technischen Universität Wien 150 KMUs aus dem deutschsprachigen Raum. Dabei zeigte sich, dass 84 Prozent der Befragten den Nutzen und die Vorteile integrierter ERP-Systeme für ihr Unternehmen erkannt haben. Dennoch arbeitet mehr als die Hälfte nach wie vor mit individuell programmierter ERP-Software. Die Kinamu Studie belegt auch, dass der Einsatz von ERP-Systemen internationaler Anbieter bei KMUs zu einer besseren Prozessabdeckung und zu höherer Anwenderzufriedenheit führt. Eine Hürde bei Einführung oder dem Wechsel einer ERP-Lösung stellt der hohe Aufwand für Betreuung und laufenden Support der vergleichsweise komplexen Systeme dar. Mittelständische Unternehmen setzen darum verstärkt auf Outsourcing: Der Studie zufolge lässt mehr als ein Viertel der befragten Unternehmen die ERP-Systeme durch externe Dienstleister betreuen und ist damit meist sehr zufrieden.
Als weitere Hürden für die Erneuerung von ERP-Lösungen identifiziert die Studie die hohen Kosten und die lange Einführungsdauer. „Viele KMUs benötigen dringend neue Lösungen“, erläutert Prof. Burkhard Kittl von der TU Wien. „Leider stellen Tatsachen wie eine Einführungsdauer zwischen acht und zehn Monaten bei ERP-Systemen für einen mittleren Betrieb oftmals eine wesentliche Hürde dar. Gefragt sind pragmatische Ansätze, die rasch und effizient Resultate liefern.“