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Start : Online Magazin : Archiv : 2002 : Ausgabe November/Dezember : Elektronisch gespeichertes Wissen

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Elektronisch gespeichertes Wissen strukturieren und auffindbar machen

 

Von Christoph Theisinger

Inhaltsübersicht:

„Wissend ist, wer weiß, wo er findet, was er noch nicht weiß“ – diese Aussage des Soziologen Georg Simmel (1858-1918) ist gültiger denn je. Innerhalb der nächsten zwei Jahre werden die Menschen noch einmal so viel Wissen produzieren wie seit Beginn der Menschheit. Hohen Anteil an diesem Informationsüberfluss hat das World Wide Web. Mitarbeiter in weltweit operierenden Unternehmen nutzen das Netz in Form eines Intranets oder Portals, um sich mit Kollegen auszutauschen. „Share Information“ lautet die Devise – viele Unternehmen wollen auf diesem Wege wertvolle Synergieeffekte nutzen. Doch wie findet der Mitarbeiter die entscheidenden Informationen auf dem Daten-Highway?

Eine Unternehmens-Website umfasst heute oftmals über 20.000 Seiten. Mit dem Trend zu Unternehmensportalen wird die Menge an Informationen, auf die der einzelne Mitarbeiter zugreifen kann, weiter steigen. Laut einer Studie von IDC verbringen Mitarbeiter heute 25 bis 50 Prozent ihrer Arbeitszeit damit, Informationen zu suchen. Aber damit nicht genug: In einem Viertel der Fälle findet der Suchende die gewünschte Information nicht. Die Konsequenz: Er erstellt diese notgedrungen selbst, obwohl sie bereits im Unternehmen vorhanden ist. Das kostet nicht nur Zeit und Geld – im Unternehmen kursieren unter Umständen inkonsistente Informationen zum gleichen Thema.

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Suchmaschinen – Wegweiser auf der Datenautobahn?

Seit über zehn Jahren gibt es Suchmaschinen, wie wir sie heute kennen. Eine der ersten mit dem Namen Archie wurde für wissenschaftliche Zwecke an der McGill Universität in Montreal entwickelt. Seit 1995 finden sich kommerzielle Suchmaschinen im World Wide Web. Doch nicht nur im Internet breiteten sich die Suchmaschinen aus, auch unternehmensintern können Mitarbeiter auf unterschiedlichen Wegen Informationen finden. Heute verfügt der einfachste Texteditor über eine Suche-Funktion. In der Regel bieten Suchmaschinen – ob im Internet oder auf dem internen Server – eine so genannte Volltextsuche an: Der Anwender gibt einen Begriff ein, der möglicherweise mit logischen Operatoren verknüpft ist. Die Suche-Funktion durchforstet einen Index sämtlicher Texte nach diesem Wort – unabhängig vom Zusammenhang. Für diesen Aufwand benötigen Volltextsuchmaschinen vor allem leistungsfähige Rechner, viel Bandbreite und viel Zeit. Typische Beispiele für diese Art von Suche sind die meisten Suchhilfen im Internet wie zum Beispiel Google, Altavista oder auch die unzähligen Spezial-Suchmaschinen für bestimmte Sachgebiete. Benötigt der Mitarbeiter Wissen aus dem internen Datei-System, kann er beispielsweise über die Suche-Funktion im Windows Explorer passende Dateien finden. Im Unternehmensportal greift er meist auf Dokumente zu, indem er über eine integrierte Suchmaschine die Volltextsuche startet. Alle diese Funktionen haben einen Nachteil: Es dauert zu lange, bis der Anwender die entscheidenden Informationen findet. Außerdem erhält er in der Regel zu viele Suchergebnisse, von denen die meisten wahrscheinlich nicht relevant für ihn sind.

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Bäume im Wald finden

Ein besserer Ansatz für die intelligente Suche ist es, das Wissen im Unternehmen zu strukturieren. Große Unternehmen, aber auch Bibliotheken nutzen deshalb zur Unterstützung Datenbanktechnologien. Eine Datenbank gibt dem Anwender definierte Felder vor – in einer Adress-Datenbank zum Beispiel die Felder „Name“ oder „Telefonnummer“. Einzelne Felder werden in Beziehung zueinander gesetzt und bilden einen Datensatz. Der Anwender kann dadurch über unterschiedliche Wege, so genannte Kategorien, nach relevanten Datensätzen suchen. Nach dem gleichen Prinzip funktionieren Kataloge im World Wide Web wie beispielsweise Yahoo. Das System führt den Anwender durch hierarchisch aufgebaute Kategorien. Er wählt beispielsweise die Oberkategorie „Wirtschaft“ und kann über Unterkategorien die Suche immer weiter einschränken.

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Metadaten: Informationen über Informationen

Mit Kategorien arbeiten mittlerweile auch viele Suche-Funktionen in Mitarbeiterportalen. Jede Suche ist allerdings nur so gut wie die Informationen, die der Suchhilfe zur Verfügung stehen. Damit der Mitarbeiter im Unternehmen die Suche-Funktion als Hilfe und nicht als Last wahrnimmt, müssen die Daten, in denen er sucht, strukturiert sein. Elektronisches Wissen im Unternehmen erhält diese Struktur durch so genannte Metadaten.

Metadaten sind Informationen über Informationen. Dazu gehören unter anderem Informationen zu Autor und Thema, aber auch Schlüsselwörter und Synonyme. Die Struktur funktioniert ähnlich wie bei einem Lexikon: Dieses enthält zwar Unmengen von Informationen, aber niemand muss ein Lexikon von Band 1 bis 25 durchlesen, um eine gewünschte Information zu finden. Es unterliegt einer bestimmten, dem Anwender bekannten Struktur. Genauso wird Wissen mit Hilfe von Metadaten in Unternehmen auffindbar und zugänglich gemacht.

Wissen strukturieren mit Metadaten – mit dieser Methode arbeiten Bibliotheken bereits seit Jahrhunderten. Wie könnten wir sonst in einer riesigen Bibliothek genau jene Bücher finden, welche die Informationen enthalten, die wir benötigen? Hier helfen Karteikarten mit Schlagworten weiter. Heute liegt immer mehr Wissen in elektronischer Form vor – sei es auf File-Servern, im Internet oder im Unternehmensportal. Was liegt also näher, als ein so effektives System wie die Metadaten-Struktur für digitale Inhalte verfügbar zu machen und zu automatisieren?

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Hilfe bei der Suche nach relevantem Content

Mit dem Thema Metadaten setzen sich mittlerweile vor allem Anbieter von Content-Management-Systemen auseinander. Und das aus gutem Grund: Content-Management-Systeme (CMS) wie beispielsweise die TeamSite von Interwoven sorgen dafür, dass Mitarbeiter elektronisch gespeichertes Wissen, also Content, in ein Intranet oder Extranet einstellen bzw. bearbeiten können. Zusätzlich ist das CMS dafür verantwortlich, alle Mitarbeiter und Anwendungen in den Prozess der Informationserstellung und Informationspflege zu integrieren. Es stellt den Anwendern Standard-Formulare zur Verfügung, um Inhalte zu erstellen, zu importieren oder zu pflegen. Da bietet es sich an, über Standard-Formulare auch gleich Metadaten oder Schlagwörter, Synonyme und Zusammenfassungen zu erstellen oder eine Kategorisierung vorzunehmen. Muss der Mitarbeiter jedes Dokument, das er in das Content-Management-System einstellt, manuell verschlagworten und Kategorien zuordnen, kostet dieser Vorgang aber viel zu viel Zeit. Lösungen wie der Interwoven MetaTagger automatisieren deshalb das Anreichern von Content mit Metadaten.

Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz solcher Systeme ist, dass das Unternehmen eine Metadaten-Strategie definiert. Dabei hat es sich bewährt, ein Projektteam mit Mitarbeitern aus allen Abteilungen zusammenzustellen, das festlegt, welche Schlagwörter und Kategorien für die intelligente Suche in der Wissensbasis des Unternehmens relevant sind. Ist diese Phase abgeschlossen, kann jeder Mitarbeiter Informationen, die er beispielsweise im Unternehmensportal publiziert, mit Metadaten versehen. Dabei spielt es zunächst keine Rolle, ob es sich dabei um Texte, Bilder oder Videoclips handelt. Erstellt oder importiert der Mitarbeiter ein Dokument, generiert der MetaTagger von Interwoven die zugehörigen Metadaten und füllt das Metadaten-Formular automatisch aus. Auch wenn es darum geht, bereits vorhandenen Content zu klassifizieren, nimmt die Software die Kategorisierung vor. Die Grundlage dafür bilden bereits vorhandene Taxonomien. Letztlich können aber nur Menschen entscheiden, ob bestimmte Feinheiten im Text korrekt in den Metadaten wiedergegeben sind. Autoren haben deshalb jederzeit die Möglichkeit, die Vorschläge von MetaTagger zu verändern oder zu ergänzen. So wird eine nahezu hundertprozentige Genauigkeit sichergestellt.

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Lösungen wie der Interwoven MetaTagger automatisieren das Anreichern von Content mit Metadaten.

 


Reger Informationsfluss im Mitarbeiterportal

Mitarbeiterportale in global agierenden Unternehmen haben vielfältige Aufgaben. Unter anderem sollen sie die Zusammenarbeit von Projektteams sowie das Wiederverwenden von bereits vorhandenen Inhalten fördern. John Deere, Hersteller von Land- und Baumaschinen, hat für seine Mitarbeiter und Kunden die Informationssuche auf seiner Website mit Hilfe der Enterprise-Content-Management-Plattform Interwoven 5 mit dem integrierten MetaTagger vereinfacht.

Das Unternehmen John Deere hatte vor dem Einsatz der Software seine Dokumente für das Unternehmensportal noch manuell verschlagwortet. Das kostete einen Mitarbeiter ungefähr zehn Minuten pro Textseite. Inzwischen hat das Unternehmen mit MetaTagger relevante Schlagwörter festgelegt. Das CMS ordnet diese Schlagwörter dann automatisch Inhalten zu und kategorisiert diese. Davon profitieren bei John Deere sowohl Mitarbeiter als auch Kunden: Die Mitarbeiter können Inhalte schnell finden und wieder verwenden, wodurch das Unternehmen Zeit und Geld spart. Die Interwoven TeamSite stellt bereits frei gegebene Inhalte automatisch den Autoren in den einzelnen Ländern zur Verfügung, die diese Informationen übersetzen. Und die Kunden finden auf der Homepage von John Deere jetzt schneller die gewünschten Informationen wie etwa länderspezifische Produktbeschreibungen und Preise.


Ausblick

Die Forschung beschäftigt sich nach wie vor stark mit dem Thema intelligente Suche. So plant die Universität Linz beispielsweise, Softwarepakete als kleine intelligente Agenten durch’s World Wide Web zu schicken. Diese sollen das Netz nach benutzerbestimmten Kriterien durchforsten und aus den Reaktionen des Anwenders lernen. Auch den Suchtechniken der Zukunft kommt eine Metadaten-Strategie entgegen: Über Web Services werden diese Agenten mit Content-Management-Systemen kommunizieren und auf diese Weise dem Mitarbeiter noch optimiertere Trefferquoten bieten. Je besser Agenten von akkuraten Metadaten unterstützt werden, desto erfolgsversprechender sind auch solche High-End-Suchstrategien.

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Letzte Änderung: 24.07.2006 | Impressum | Kontakt

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