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Start : Online Magazin : Archiv : 2002 : Ausgabe August/September : Aschenputtel-Prinzip gegen E-Mail-Flut

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Aschenputtel-Prinzip gegen E-Mail-Flut

Trotz der generellen Internet-Affinität beklagen Journalisten vor allem die große Anzahl von E-Mails, die sie täglich flutartig überschwemmen. Schuld daran seien vor allem E-Mails von Unternehmen ohne Nachrichtenwert. Das Aschenputtel-Prinzip hat deshalb in den Redaktionen Einzug gehalten: Die Guten ins Töpchen, die Schlechten ins elektronische Kröpfchen. Nur Pressemeldungen mit neuen Informationen werden verwertet, die anderen landen im virtuellen Papierkorb. Das ist die Bilanz einer IBM-Studie zum Informationsverhalten von deutschen Journalisten aller Mediengattungen.

IBM hat im Rahmen einer Diplomarbeit in der Unternehmenskommunikation das Informationsverhalten von Journalisten in Deutschland untersucht. 868 Journalisten wurden schriftlich befragt. Mit einer Rücklaufquote von 24,2 Prozent gilt das Ergebnis als repräsentativ. Der Computerriese möchte die Ergebnisse der Studie nutzen, um die Zusammenarbeit von Unternehmen und Medien weiter zu optimieren.

"Die für eine solche Befragung großartige Beteiligung der Journalisten ist ein deutlicher Beleg, wie sehr die Medienvertreter selbst an mehr Qualität in der Zusammenarbeit interessiert sind. Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit leben in einer symbiotischen Informationsbeziehung. Das Motto muss hier ‘weniger ist mehr’ lauten und bei der Planung der Kommunikationsmaßnahmen im Unternehmen umgesetzt werden", verlangt Thomas Mickeleit, Direktor Unternehmenskommunikation der IBM Deutschland GmbH.

Für knapp 80 Prozent der Journalisten gehört das Internet bereits zum Alltag. Fast 70 Prozent nutzen das globale Netz als Quelle für Unternehmensinformationen. Auch bei der Zustellung der Presseinformationen ist der digitale Weg die erste Wahl: 56 Prozent der Medienvertreter bevorzugen Pressemitteilungen von Unternehmen per E-Mail. Newsletter, vorzugsweise in Volltextversion, stehen ebenfalls hoch im Kurs. Nahezu alle Journalisten haben einen oder mehrere Newsletter abonniert. Nur Veranstaltungen im Internet erteilen die Befragten eine klare Absage: Online-Konferenzen lehnen über 60 Prozent entschieden ab.

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