Aschenputtel-Prinzip gegen E-Mail-Flut
Trotz der generellen Internet-Affinität
beklagen Journalisten vor allem die große Anzahl von E-Mails,
die sie täglich flutartig überschwemmen. Schuld daran
seien vor allem E-Mails von Unternehmen ohne Nachrichtenwert. Das
Aschenputtel-Prinzip hat deshalb in den Redaktionen Einzug gehalten:
Die Guten ins Töpchen, die Schlechten ins elektronische Kröpfchen.
Nur Pressemeldungen mit neuen Informationen werden verwertet, die
anderen landen im virtuellen Papierkorb. Das ist die Bilanz einer
IBM-Studie zum
Informationsverhalten von deutschen Journalisten aller Mediengattungen.
IBM hat im Rahmen einer Diplomarbeit in der Unternehmenskommunikation
das Informationsverhalten von Journalisten in Deutschland untersucht.
868 Journalisten wurden schriftlich befragt. Mit einer Rücklaufquote
von 24,2 Prozent gilt das Ergebnis als repräsentativ. Der Computerriese
möchte die Ergebnisse der Studie nutzen, um die Zusammenarbeit
von Unternehmen und Medien weiter zu optimieren.
"Die für eine solche Befragung großartige Beteiligung
der Journalisten ist ein deutlicher Beleg, wie sehr die Medienvertreter
selbst an mehr Qualität in der Zusammenarbeit interessiert
sind. Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit leben in einer
symbiotischen Informationsbeziehung. Das Motto muss hier weniger
ist mehr lauten und bei der Planung der Kommunikationsmaßnahmen
im Unternehmen umgesetzt werden", verlangt Thomas Mickeleit,
Direktor Unternehmenskommunikation der IBM Deutschland GmbH.
Für knapp 80 Prozent der Journalisten gehört das Internet
bereits zum Alltag. Fast 70 Prozent nutzen das globale Netz als
Quelle für Unternehmensinformationen. Auch bei der Zustellung
der Presseinformationen ist der digitale Weg die erste Wahl: 56
Prozent der Medienvertreter bevorzugen Pressemitteilungen von Unternehmen
per E-Mail. Newsletter, vorzugsweise in Volltextversion, stehen
ebenfalls hoch im Kurs. Nahezu alle Journalisten haben einen oder
mehrere Newsletter abonniert. Nur Veranstaltungen im Internet erteilen
die Befragten eine klare Absage: Online-Konferenzen lehnen über
60 Prozent entschieden ab.
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