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Start : Online Magazin : Archiv : 2002 : Ausgabe März/April : Preserve: industrielles Wissensmanagement

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Preserve: industrielles Wissensmanagement in der Praxis

 

Von Axel Benz

Das vom Stuttgarter Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) koordinierte Wissensmanagement-Projekt Preserve startete Anfang 2000 mit einem anspruchsvollen Ziel: dem Einsatz von Wissensmanagement, um die Produktivität einer Industrieanlage zu verbessern. Mittlerweile liegen erfreuliche Ergebnisse vor.

Preserve steht für "Productivity Engineering for innovative Production Technologies by Knowledge-Based Service Networks". Hauptziel des von der EU geförderten Projektes war es, ein Wissensnetzwerk zwischen einem Anlagenbetreiber (der Salzburger Aluminum AG, Hersteller von Aluminiumteilen für die Automobilindustrie) und dessen Maschinenzulieferern (Bühler AG, Elotherm AG und CSP SA) aufzubauen, um einer neuartigen Produktionstechnologie – dem Thixoguss – zur Marktreife zu verhelfen. Beim Thixoguss-Verfahren wird eine spezielle Aluminiumlegierung in einem halbfesten, butterartigen Zustand verarbeitet, was erhebliche Vorteile für die Qualität der Gussteile hat. Thixo-Teile sind z.B. so stabil, dass sie an vielen Stellen Stahlteile ersetzen können. Das Verfahren ist seit längerem bekannt und unter Laborbedingungen ausgereift, kämpft aber noch um den Durchbruch am Markt.

Im Fokus von Preserve stand dabei, Wissen zu schöpfen und Wissen zusammenzubringen: Unter welchen Bedingungen werden Teile von hoher Qualität erzeugt? Wie werden Maschinenstörungen behoben? Welche Einstellungen sind günstig für den Anlagenbetrieb? Solche Fragen, die sich täglich neu stellen, lassen sich im direkten Austausch zwischen Maschinenhersteller und Anlagenbetreiber äußerst effizient beantworten. Und dieser Austausch erfolgt natürlich am besten online. Nachdem in Preserve die Wissensziele festgestellt und der Wissenszyklus definiert worden waren, wurden folgerichtig Softwaremodule entwickelt, die – über das Internet bedient – das Netzwerk bilden und unterstützen. So kann heute z.B. der Produktionsleiter Maschinendaten oder Qualitätscharts von zu Hause aus abrufen, die Maschinenhersteller können (wenn der Anlagenbetreiber dies erlaubt) via Internet Einblick in die Steuerungen nehmen oder diese updaten und das Wissen, das in der Arbeit mit dem Kommunikationsnetzwerk entsteht, wird gesammelt, von einem Wissens-Ingenieur redaktionell bearbeitet sowie durch multimediale Elemente veredelt und schließlich in einer Wissensbasis gespeichert, wo es den Maschinenbedienern und dem Management zur Verfügung steht. Der gesamte Workflow findet über das Web statt und kann mit jedem Browser bedient werden.

Im Laufe des Projektes ließ sich eine deutliche Verbesserung der Anlagenproduktivität beobachten und es ist schon jetzt absehbar, dass bis zum Projektende am 30. Juni 2002 die gesetzten Ziele erreicht sein werden. Aus den Erfahrungen der Praxis wurde in Preserve eine Standardvorgehensweise für das Wissensmanagement in Produktionsbetrieben entwickelt, die auch auf andere Firmen übertragbar ist. Die Preserve-Softwaremodule stehen in einer Demo-Version mit voller Funktionalität über das Web zur Verfügung.

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