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Start : Online Magazin : Archiv : 2002 : Ausgabe Januar/Februar : In die neue Welt mit der E-Learning-Solution von SAP

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In die neue Welt mit der E-Learning-Solution von SAP

 

Ab dem zweiten Quartal 2002 wird die neue SAP Learning Solution auf dem Markt sein. Wir sprachen vorab mit Dr. Gunter Heiduck, Vice President Human Capital Management, SAP AG, der für die Entwicklung der neuen Learning Solution verantwortlich ist, und Garrit Skrock, der im Vertrieb SAP Deutschland diesen Bereich betreut.

wm: Herr Heiduck, Herr Skrock, was bedeutet für Sie lebenslanges Lernen?

Heiduck: 80 Prozent unserer beruflichen Tätigkeiten werden sich im Laufe der nächsten 10 Jahre vollständig ändern. Das zwingt Arbeitgeber und Arbeitnehmer dazu, lebenslang für die Weiterbildung zu sorgen.

Skrock: Aufgrund demoskopischer Entwicklungen müssen die heute 40- bis 50-jährigen diesen Wandel bewältigen. Die Unternehmen werden das ohne die Hilfe neuer Methoden der Wissensvermittlung nicht meistern können. Mit dem Einsatz neuer Technologien wie einer Lernlösung bekommt der Mitarbeiter neue Möglichkeiten, sich aktiver am Aus- und Weiterbildungsprozess im Unternehmen zu beteiligen.

wm: Wie kam es bei SAP zu der Idee, eine E-Learning-Solution zu entwickeln?

Heiduck: Der Forschungsbereich der SAP betreibt mit dem Projekt L3 – Lebenslanges Lernen – eines von 5 Leitprojekten für das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sind in die Gestaltung unserer Lernlösung eingeflossen. Aus diesem Projekt haben wir erkannt, dass ein großer Aus- und Weiterbildungsbedarf auf die Wirtschaft und auf unsere Kunden zukommt.

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"Bildung ist eine Dienstleistung, die die Personalabteilung dem Mitarbeiter zur Verfügung stellt", Dr. Gunter Heiduck

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wm: Kann Ihre E-Learning-Solution den tatsächlichen Lernerfolg messen?

Heiduck: Lernerfolgskontrolle ist ein integraler Bestandteil unserer Lernlösung. Nur zielgerichtetes Lernen kann die gewünschten Resultate erreichen. Zertifikate und Steigerung der Qualifikationen der Mitarbeiter sind die messbaren Ergebnisse betrieblicher Aus- und Weiterbildung. Außerdem merkt sich das System die bereits erreichten Lernziele und kann unerwünschte Wiederholungen vermeiden. In diesem Zusammenahnag spricht man von adaptiven Lernpfaden.

wm: Wie wollen Sie Ihre E-Learning-Plattform künftig auf dem deutschen Markt positionieren?

Skrock: SAP positioniert sich als Lösungsanbieter im E-Learning-Bereich. Bekanntermaßen konzentriert sich die SAP auf die Entwicklung innovativer Technologien zur Gestaltung betriebswirtschaftlicher Lösungen. Bei der SAP Learning Solution lassen wir jedoch nicht außer Acht, welchen Stellenwert den Lerninhalten zukommt. Von der Lösungskonzeption bis hin zur Implementation bietet SAP ein umfassendes Serviceangebot

wm: In welchem Unternehmensbereich sollte E-Learning nach Ihrer Meinung angesiedelt sein? Wo sollte die Verantwortlichkeit liegen?

Heiduck: Nahe an der Personal-Abteilung, da diese auch in den meisten Unternehmen für die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter verantwortlich ist. Bildung ist eine Dienstleisung, die die Personalabteilung den Mitarbeitern zur Verfügung stellt.

Die Lerninhalte werden zum Großteil von der aktuellen Unternehmensstrategie, den Zielmärkten und Produktgruppen bestimmt. Das liegt sicher außerhalb der Personalabteilung in den Händen des Managements.

Skrock: Prinzipiell können E-Learning-Projekte aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen getrieben werden. Neben dem klassischen Einsatz von E-Learning in der Personalentwicklung sind es zukünftig häufig Bereiche wie der Vertrieb und Marketing, die E-Learning begleitend zum Produkt-Roll-out einsetzen.

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"Mittels E-Learning können die Mitarbeiter ihren eigenen Marktwert im Unternehmen steigern", Garrit Skrock

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wm: Welche Zielgruppe visieren Sie denn mit Ihrem neuen Produkt an?

Skrock: Unser Produkt ist branchenunabhängig einsetzbar und somit für weltweit über 5.800 SAP-Kunden alleine im Personalwirtschaftsbereich nutzbar. Jedes Unternehmen hat Schulungsbedarf – seien es allgemeine IT-Schulungen oder spezielle Fachthemen. Insofern bietet die SAP Learning Solution Potenzial für Unternehmen aller Größen und Branchen.

wm: Glauben Sie, dass E-Learning irgendwann Präsenzseminare ersetzen wird?

Heiduck: Nein, keineswegs. Unsere Lernlösung unterstützt E-Learning und traditionelle Präsenzschulungen gleichermaßen.

Es gibt nur für bestimmte Zwecke die jeweils geeignetere Lernform. Z.B. bewältigen die meisten Unternehmen ihre IT-Ausbildung (Word- und EXCEL-Kurse etc.) mit Hilfe von Online-Trainings.

Skrock: Die Bedeutung von Online-Lernen wird zukünftig stark zunehmen. Es ist jedoch nicht anzunehmen, dass ein Unternehmen ganz ohne Präsenzveranstaltungen auskommen wird. In einzelnen Fällen wird es sicherlich dafür noch Bedarf geben. Aber die Vorteile des E-Learnings wie Individualität des Lernens und Attraktivität für die Mitarbeiter sowie der Kostenaspekt bedeuten für Unternehmen nahezu zwingende Gründe für den Einsatz einer E-Learning-Lösung.

wm: Wird E-Learning auch bei SAP angewandt?

Heiduck: Mit unserer SAP University haben wir schon sehr viel Erfahrungen weltweit mit E-Learning und Präsenzschulungen gesammelt. Für Schulungen hatten wir im letzten Jahr bereits 100.000 interne Teilnehmer und 400.000 externe Teilnehmer. Bei Online-Schulungen hatten wir bereits 150.000 Downloads.

Das Gespräch führte Silvia Fürgut.

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