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Start : Online Magazin : Archiv : 2001 : Ausgabe August/September : Knowledge Asset Networking

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Knowledge Asset Networking:
Strategy, Processes and Systems for Leveraging Corporate Knowledge

Von Florian Christ

"Die erste Phase der Diskussion um Wissensmanagement in den Unternehmen ist nahezu beendet. Diese war geprägt von Euphorie und Konfusion", so lautet das ernüchternde Resümee von Gregoris N. Mentzas. Lesen Sie im Folgenden eine Zusammenfassung seines Beitrages über die von ihm entwickelte Wissensmanagement-Methode Know-Net; die vollständige englische Originalfassung finden Sie hier.

Obwohl das Thema Wissensmanagement noch jung ist, ist es doch schon vielfältig bearbeitet worden. Hierbei haben sich zwei grundsätzliche Ansätze über das Verständnis von Wissen herausgebildet, die heute im Bereich des Wissensmanagements dominieren: Wissen wird entweder als Produkt oder aber als Prozess verstanden und behandelt.

Zum Produkt wird Wissen durch die möglichst totale Abspaltung von seiner Umgebung. Durch Speicherung von Wissen in unternehmensweiten Medien wird diesem eine Art Sachqualität zuteil. Und nur Sachen lassen sich messen, verteilen und zielgerichtet anwenden – eben managen im herkömmlichen Sinne. Es wird also versucht, Wissen konservativ handhabbar zu machen. Umfangreiche Datenbanken von Dokumenten und Informationen sind beispielsweise Hilfsmittel im Rahmen dieses Ansatzes.

Im Gegensatz hierzu kann Wissen aber auch als Prozess angesehen werden – ein offener Kommunikationsprozess zwischen Personen, die ihr eigenes Wissen anwenden, teilen und damit verbreiten. Eine Eingrenzung und gezielte Verteilung soll hier gerade nicht stattfinden. Wissen zu managen bedeutet dann, dieses Wissen sich unter ständiger Beteiligung von Personen weiterentwickeln zu lassen und hierzu lediglich geeignete Plattformen und IT-Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen. Die heute aufkommenden Communities sind typische Ausprägungen dieses Ansatzes von Wissen als Prozess, aber auch E-Mail- oder Videokonferenzprogramme.

Doch diese beiden Ansätze über das Verständnis von Wissen können für sich isoliert keine zufriedenstellenden Ergebnisse für die Unternehmen bieten, so Gregoris N. Mentzas. Erforderlich ist eine Synthese beider Ansichten, da beide direkt voneinander abhängig sind.

Wie eine sinnvolle und auch effektive Verknüpfung von Wissen als Produkt und Prozess aussehen kann, erläutert Mentzas im Verlauf seines Beitrags. Mithilfe verschiedener Schaubilder wird das Entstehen, die Fortentwicklung sowie die Verwertung von den kleinsten Wissenseinheiten, den so genannten Wissensobjekten, dargestellt. Im Rahmen dieser von Mentzas entwickelten Know-Net-Methode durchlaufen die Wissensobjekte vielerlei Prozesse im Unternehmen, um dann schließlich als verwertbares Produkt zur Verfügung zu stehen. Wissensmanagement wird dabei jedoch nicht vordergründig als technisches Problem, sondern ganzheitlich als Organisation von Mensch, Strategie und Technik verstanden.

Zum Abschluss verdeutlicht Mentzas das Vorgehen mit einigen Fallstudien, die über Erfahrungen von Unternehmen berichten, welche die Know-Net-Methode anwenden, und skizzieren, inwieweit deren Strukturen im Bereich Wissensmanagement optimiert werden konnten.

Know-Net ist hervorgegangen aus einem gleichnamigen Projekt der Europäischen Kommission (www.know-net.org). Beteiligt daran waren: Knowledge Associates, PLANET Ernst&Young, INSEAD Business School, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und FHBB, Schweiz.

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