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Start : Online Magazin : Archiv : 2000 : Ausgabe Juni/Juli : Wissensmanagement bei IBM

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Wissensmanagement bei IBM: von der Datenbank zur ganzheitlichen Lösung

Von Peter Schütt

Inhaltsübersicht:

Bei IBM Global Services hat man relativ früh erkannt, wie wichtig ein systematisches Management des unternehmensweiten Wissens ist. Mangels Vorbildern mussten eigene Lösungen und Prozesse entwickelt werden, die sich nach über fünf Jahren als sehr praxisgerecht erweisen und einer hohen Akzeptanz unter der Mitarbeiterschaft erfreuen. Die daraus resultierenden Produktivitätsverbesserungen und Innovationen sind wesentlicher Garant des Markterfolgs geworden.


Wie alles anfing

Das Thema Wissen ist in der Management-Literatur seit Jahrzehnten präsent, aber es spielte bis vor wenigen Jahren nur eine Nebenrolle. Erst mit dem Artikel von Ikujiro Nonaka über "The Knowledge creating Company" [1] wurde vielen klar, dass Wissen fast unbemerkt zum "vierten Produktionsfaktor" [2] geworden war. Davon angestoßen begannen insbesondere Beratungsunternehmen, die ja im wesentlichen Wissen als Produkt verkaufen, sich systematisch mit dem Management ihres Wissens zu befassen. Schon frühzeitig investierten Unternehmen wie Arthur Andersen oder Ernst & Young etwa 10% ihres Umsatzes in das interne Wissensmanagement.

Innerhalb von IBM Global Services, einer Sparte, die mit 29 Milliarden US Dollar (Stand 1998) etwa 35% des Umsatzes der IBM erwirtschaftet und 136.000 Mitarbeiter weltweit hat, begann die IBM-Consulting-Gruppe im Oktober 1994 mit dem Aufbau einer internen Wissensmanagement-Lösung. Mangels Erfahrung und Vorbilder konzentrierte man sich zunächst auf die Bereitstellung von vier Wissensdatenbanken. Schon damals, als in der IBM E-Mail noch mit einer Mainframe-Lösung unter VM verschickt wurde, fiel die Plattform-Entscheidung für die Groupware-Lösung Lotus Domino – Jahre bevor die IBM Lotus kaufte.

Da damals aber nur wenige Mitarbeiter Zugang zu dieser Plattform bzw. zum Intranet hatten und zudem die Bereitschaft nicht vorhanden war, Wissen einfach zu dokumentieren und in Datenbanken zu veröffentlichen, wurde schon nach wenigen Wochen erkannt, dass dieser scheinbar einfache Weg über eine reine IT-Lösung nicht zum Erfolg führen konnte.

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Was man wirklich brauchte

Nun machte man erst einmal Hausaufgaben. Mit einer detaillierten Studie wurden die wirklichen Bedürfnisse des Unternehmens und der Mitarbeiter im Hinblick auf eine Verbesserung des Wissensaustausches herausgearbeitet und die Wirtschaftlichkeit eines möglichen Wissensmanagement-Programms abgeschätzt.

Was die Mitarbeiter damals wollten, ist heute noch aktuell – ein zentrales System, das

  • Informationen auf Knopfdruck zur Verfügung stellt
  • eine intuitive Oberfläche bietet und damit die Möglichkeit einschließt, Informationen schnell und einfach zu suchen und zu finden
  • gute und aktuelle Inhalte vorhält
  • Netzwerke von Experten effektiv unterstützt und damit den Wissensaustausch fördert
  • automatisch Berichte über Nutzung und Zielerreichung erstellt
  • plattformunabhängig weltweit zugreifbar ist, also sowohl mit Internet-Browsern als auch mit Lotus Notes

Das sollte auch die Möglichkeit der netzunabhängigen, lokalen Bearbeitung auf der jeweils eigenen Festplatte einschließen, was dank der ausgefeilten Replikationsmöglichkeiten unter Lotus Domino leicht machbar ist.

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Intellectual Capital Management

Das Ergebnis war ein Rahmenwerk, das den 1995 gängigen Namen für Wissensmanagement erhielt: Intellectual Capital Management – kurz ICM [3]. Dieses setzt die einzelnen Bestandteile einer ganzheitlichen Lösung in Bezug zueinander. Aufbauend auf den Geschäftsprozessen, der Unternehmenskultur und den Strategien und Visionen der IBM wurde eine passende Wissensmanagement-Lösung definiert und später eingeführt.

Die einzelnen Bausteine des ICM-Programmes sind:

  • die Organisation mit der Definition von Aufgaben, Rollen und Verantwortungen
  • der Prozess, der die Qualität des auszutauschenden Wissens gewährleisten muss und betont innovationsfördernd aufgesetzt ist
  • die Technologie, die eine unterstützende Funktion hat und zur Kommunikation und Bereitstellung dient

Darüber hinaus wurden Anreizsysteme zum systematischen Austausch von Wissen und natürlich Messgrößen für den Erfolg des Programms definiert. Wichtig ist auch die gegenseitige Vorbildfunktion: Zum einen ist das (höhere) Management gefordert, nicht nur als Sponsor im finanziellen Sinne aufzutreten, sondern auch als wesentlicher Eckpfeiler der Mitarbeitermotivation. Zum anderen gilt für die Mitarbeiter, gegenüber den Kollegen als Vorbild zu agieren und wichtige Wissensbeiträge zu leisten.

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Die Bausteine einer ganzheitlichen Wissensmanagement-Lösung – wichtig ist die gegenseitige Vorbildfunktion.

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Die Umsetzung in die Praxis

Der zweite Start auf der Basis dieses Rahmenwerks begann mit dem Aufbau von zunächst drei Wissensnetzwerken – mittlerweile sind es fünfzig. Ein zentrales Team sorgte von Anfang an für eine einheitliche Lösung innerhalb von IBM Global Services, indem es die weltweite Einführung des Rahmenwerks organisierte und die IT-Werkzeuge zentral entwickelte.

Damals war die interne Globalisierung der IBM noch in Anfängen. Im Servicebereich gab es viele lokal optimierte Lösungen, die damit aber nicht weltweit gesehen Best Practices waren. Zudem waren weltweit agierende Kunden irritiert, von der IBM an unterschiedlichen Orten leicht divergente Lösungen angeboten zu bekommen. Ein weiterer Faktor war der Wunsch, schneller innovative Lösungen anbieten zu können als die Mitbewerber.

Somit fanden sich im höheren Management rasch Sponsoren, die bereit waren, Geld in das Management des Wissens in ihrem Geschäftsbereich zu investieren. Doch war dies damals noch Neuland; erprobte Konzepte gab es nicht.

Die Grundidee des ICM-Programmes bestand darin, Personen mit Expertenwissen zu klar definierten Fachthemen auf mehr oder weniger freiwilliger Basis Wissen austauschen zu lassen. Klares Ziel war dabei, zu innovativen und qualitativ hochwertigen Lösungen zu kommen, die man weder lokal noch per Anordnung hätte entwickeln können.

Ein Grundproblem beim Wissensaustausch ergibt sich aus der Erkenntnis, dass Mitarbeiter ihr Wissen nur in einem Vertrauensumfeld preisgeben. Sowie der Konkurrent in der Karrierelaufbahn auf den Plan tritt, reduziert sich die Bereitschaft, Wissen weiterzugeben in der Regel drastisch. Da dieses Problem noch verstärkt wird, wenn Wissen dokumentiert und in Datenbanken abgelegt werden soll (was zusätzlich durch die Schwierigkeit, komplexe Erfahrungen zu dokumentieren, erschwert wird), hat die IBM von Beginn an auf eine Doppelstrategie gesetzt:

  • Was dokumentiert oder leicht zu dokumentieren ist, wird von den Kernteams der Wissensnetzwerke bewertet, strukturiert, sortiert und letztlich intern publiziert.
  • Darüber hinaus sorgen regelmäßige Wissenskonferenzen dafür, dass Mitarbeiter ihr stilles Wissen (tacit knowledge) auch untereinander austauschen und vermehren können.

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Kernteams clever identifizieren

In jedem Unternehmen existieren informelle, oft kaum sichtbare Netzwerke von Personen. In ihnen fließt Wissen relativ ungebremst, da die Mitglieder in einer Art gegenseitiger Abhängigkeit – oft Freundschaft – offen zueinander stehen. Sie stellen damit einen idealen Nährboden für ein Wissensnetzwerk dar. Man darf allerdings nicht den Fehler begehen, solche informellen Netzwerke als Bestandteil der Aufbauorganisation zu institutionalisieren, denn damit zerstört man diese filigranen Beziehungen.

Nachdem die Sponsoren Kernteamleiter nach Kriterien wie

  • "Ist ein weithin akzeptierter Experte zum Thema."
  • "Hat ein breites, persönliches Netzwerk."
  • "Ist ein sehr guter Kommunikator – kein Einzelkämpfer."

ausgewählt und mit ihnen das Aufgabenfeld definiert hatten, begannen diese ihr informelles Netzwerk zu aktivieren und – nun nicht mehr ganz informell – auszuweiten, so dass alle wesentlichen Bereiche der Organisation, der geografischen Regionen und vor allem der Wissensfelder innerhalb des Netzwerkes im Kernteam abgedeckt waren. Die kleinsten Wissensnetzwerke haben heute etwa 5 Mitglieder im Kernteam und 50 weitere im Netzwerk, die größten 25 im Kernteam und 4.000 im Netzwerk.

Die Teamleiter sind in der Regel teilweise von ihren normalen Tätigkeiten befreit – nicht gänzlich, damit sie selbst weiter aktiv Wissen aufbauen können und weil ihnen sonst nach einiger Zeit die Akzeptanz als Experte abhanden kommen würde. Die Kernteam-Mitarbeiter machen in der Regel auf freiwilliger Basis mit (etwa 10% ihrer Arbeitszeit), was gleichzeitig ein Garant dafür ist, hier die jeweils besten Mitarbeiter zu haben.

Diese Top-Experten bleiben natürlich nur, wenn es sich für sie persönlich lohnt. Ihre Mitwirkung ist vielleicht anfänglich über Bonuszahlungen zu erreichen; mittelfristig ist Geld aber kein hinreichender Anreiz zum effektiven Wissensaustausch. Es ist etwas anderes, was in den modernen Netzwerkstrukturen heutiger Organisationen zählt: Aufmerksamkeit und Anerkennung. Dies ist dann Aufgabe des Sponsors – er ist nicht nur Finanzier, sondern auch durch Teilnahme an den Aktivitäten Motivator und Vorbild.

Die Anerkennung kommt über die Teilnahme an einem von höheren Führungskräften als wichtig angesehenen und als solches erkennbaren Gremium. Das erzeugt nach kurzer Zeit einen sozialen Druck, der einen Ausstieg aus dem Kernteam fast nicht mehr möglich erscheinen lässt – "dabei sein" ist alles.

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Der Aufbau der Netzwerke

Man fängt klein an mit Erfahrungsaustausch im Gründungs-Kernteam. Schon daraus ergeben sich schnell neue, gewinnbringende Lösungsansätze. Wird dieses Wissen dokumentiert, ist in der Wissensdatenbank eines Netzwerkes bald die kritische Masse erreicht, um in die Breite gehen zu können. Da die geografisch fernen Mitglieder eines Netzwerkes nicht unbedingt die Chance zu direktem Kontakt haben, sind sie zunächst auf die Wissensdatenbank angewiesen. Ist diese leer, nützen auch Appelle, wie toll das in Zukunft werden wird, nichts – der Mitarbeiter ist für die Sache verloren.

Bei der heutigen Informationsüberflutung achten Mitarbeiter sehr genau darauf, aus welchen Quellen sie Vorteile für ihre Arbeit ziehen können; diese werden dann auch genutzt. Nur wenn die einzelnen Mitglieder eines etwaigen neuen Netzwerkes potenziellen Nutzen in der Wissensdatenbank sehen, kann sich also ein Kernteam daran machen, dieses Netzwerk zu erobern. Das geschieht dann über unternehmensinterne Werbung: vor allem zu den Inhalten, um den Mitarbeitern den potenziellen Wert für ihre Arbeit aufzuzeigen. Ganz konkret werden Mitarbeiterbesprechungen, netzwerkspezifische Newsletter und Intranet-Portale sowie E-Mailing-Aktionen als Medien genutzt.

Dieser Ansatz des ICM-Programmes bei IBM, der wesentlich auf der zentralen Erkenntnis von Peter Drucker "In a knowledge economy everybody is a volunteer" [4] aufsetzt, führt deutlich schneller zu geschäftsrelevantem Wissen als etwa Bonuspunkte-Programme oder Wissenszielvorgaben anderer Unternehmen. Eigene Versuche zeigten, dass solche Ziele in der Regel zwar erfüllt werden, aber eher mit Masse statt mit Klasse. Da jedoch auch bei den Mitarbeitern der IBM die Freiwilligkeit in puncto Motivationsanschub nicht grenzenlos ist, gilt der Beleg einer aktiven Mitwirkung im ICM-Programm als eines der Kriterien für die Zertifizierung von Beratern und IT-Architekten.

Über die Jahre hat sich gezeigt, dass die Initiativen der Wissensnetzwerke allein jedoch nicht ausreichen, um wirklich alle Bereiche aller Organisationen zu erreichen. Insbesondere der Aspekt der Schulung und der Unterstützung wird deshalb zentral gehandhabt:

  • In allen größeren Ländern, in denen die IBM präsent ist, gibt es Regionalleiter, die dafür zuständig sind, die Nutzung der ICM-Datenbanken und die ICM-Schulung neuer Mitarbeiter auszuweiten.
  • Ebenso gibt es in den meisten Ländern Regionalleiter, die das lokale Bindeglied zu den Mitarbeitern im Land und den einzelnen Netzwerken darstellen. Sie helfen, wichtiges Wissen zu identifizieren und leisten gelegentlich Unterstützung bei der Benutzung der Tools.
  • In den fünf geografischen Regionen der IBM gibt es jeweils eine Helpline, die Mitarbeiter vor Ort bei der Wissenssuche unterstützt.

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Woher kommt die Innovation?

Das Einstellen von Expertenerfahrung in allgemein zugängliche Datenbanken fördert die Verwendung einheitlicher Lösungen und ist ideal, um auch Nischenlösungen weltweit so vorzuhalten, dass Räder nicht neu erfunden werden müssen. Aber zur Aufdeckung wirklich innovativer, neuer Vorgehensweisen kommt es so nur selten. Ein anderer Weg erweist sich als klar überlegen: der direkte Austausch von stillem Wissen.

Dazu organisieren die Wissensnetzwerke regelmäßig ein- bis zweimal jährlich ihre Wissenskonferenzen. Die Teilnahme ist bei begrenzter Platzzahl offen. Das Regulativ ist, dass die Teilnehmer jeweils einen Anteil der gesamten Kosten übernehmen müssen, denn diese Veranstaltungen werden nicht zentral finanziert. Hier treffen sich dann bis zu 150 Personen in immer neuen Konstellationen. So wie viele Forschungsfragen in der Pause beim Gespräch am Kaffeeautomaten gelöst werden, dienen solche Konferenzen dem informellen Wissensaustausch in der globalen, virtuellen Welt.

Die IBM hat Prozesse entwickelt, hierüber innovative, pragmatische Ideen abzuschöpfen, die den Unterschied zwischen einer normalen Besprechung und einer Wissenskonferenz ausmachen. Organisiert werden die Konferenzen von den Kernteams, die auch die Umsetzung der auf den Konferenzen entstehenden Ideen und deren Einbindung in das bestehende Angebotsportfolio managen. In der Regel finanzieren die Sponsoren die Entwicklungen, die – ganz klassisch – durch reale Teams mit abgeordneten Mitarbeitern und klarer Ziel- und Terminvorgabe umgesetzt werden.

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Der Erfolg ist messbar

Es ist extrem schwer, unter den vielen Einflussfaktoren den Erfolg eines Wissensmanagement-Programms tatsächlich zu messen. Die IBM hält sich dabei bisher an ein Modell von Elisabeth Lang [5], welches besagt, dass man so etwas nur exemplarisch messen kann und dann hochrechnen muss. Die einzelnen Erfolgsgeschichten ergeben sich folgendermaßen:

  • Die Netzwerke berichten ihre besonderen Erfolgsgeschichten im Rahmen des von ihnen betreuten Portfolios.
  • Zusätzlich werden über ein vierteljährliches Preisausschreiben – in drei Kategorien sind jeweils 5.000 Dollar zu gewinnen – herausragende Erfolgsgeschichten gesammelt und bewertet.
  • Einzelne, über das ICM-Programm entstandene Lösungen haben Produktcharakter erreicht; deren Umsatz wird direkt gemessen.

Die 3 Ebenen der technischen Untzerstützung

Die technische Unterstützung des Wissensmanagements bei der IBM findet auf drei Ebenen statt:

1. Für den einzelnen Mitarbeiter:

Die Tür zum unternehmensweiten Wissen öffnet sich für den einzelnen Mitarbeiter über themenspezifische Wissensportale unter Lotus Domino im Intranet – egal ob via Internet-Browser oder Lotus Notes. Von hier aus sind nicht nur die ICM-Datenbanken der Wissensnetzwerke, sondern auch beliebige andere Informationen zum jeweiligen Thema zugreifbar.

Spezielle Agenten sorgen für die automatische Einspielung von Nachrichten aus dem Internet, die Kernteams bearbeiten redaktionell Fokusthemen und Market-Research-Funktionen runden das Informationsportfolio ab.

Zur erweiterten, individuellen Anpassung ist in der nächsten Version die Personalisierung der Portale vorgesehen.


2.·Für Teams:

Auf Teamebene haben die TeamSpace Rooms von Lotus einen wahren Siegeszug durch die IBM angetreten: Binnen eines Jahres wurden mehr als 28.000 dieser virtuellen Teamrooms eröffnet. Sie sind einfach handzuhaben und haben mit leicht selbst zu strukturierenden Kategorisierungen, verschiedenen Views auf die Daten, automatischen Archivierungsfunktionen sowie einem privaten Ablagebereich genau die notwendige Funktionalität, um z.B. alle zu einem Projekt gehörenden Dokumente, E-Mails etc. gemeinsam abzulegen. Der damit verbundene Übergang von Push zu Pull reduziert die lästige E-Mail-Flut und sorgt für Eindeutigkeit.

Die besondere Anziehungskraft der TeamSpace Rooms liegt in zwei weiteren Funktionen: Zum einen können die Zugangsberechtigungen vom Team selbst gesteuert werden. Damit schafft man elektronische Vertrauensbereiche, in denen Mitarbeiter ihr Wissen offen preisgeben. Zum anderen eröffnet die Möglichkeit der Replikation den Informationsaustausch unabhängig von Ort und Zeit. So kann man seinen Teamroom auf dem Laptop jederzeit mitnehmen und überall auf der Welt bearbeiten – beim nächsten Online-Zugang werden die Daten automatisch abgeglichen.

Für größere Projekte oder Themenschwerpunkte mit zahlreichen Unterteams gibt es zudem die Erweiterung zum KnowledgeCafé. Auch hier verwalten die Teams ihren eigenen Teambereich mit allen Dokumenten selbst. Darüber hinaus können sie aber auch teamübergreifend gemeinsam Problemstellungen lösen, gemeinsam Termine verwalten und gemeinsam in Foren diskutieren.


3. Unternehmensweit:

Auf unternehmensweiter Ebene ist die plattformunabhängige Lotus-Domino-Anwendung Intellectual Capital Management (ICM) zum gleichnamigen Prozess eingesetzt. Sie umfasst das Dokumentenmanagement der Wissensnetzwerke mit intelligenter Suchmaschine, voller Flexibilität der Kategorisierung, eingebautem Workflow für den Best-Practices-Prozess, mehreren Sicherheitsstufen im Datenzugriff sowie verschiedenen Zusatzinformationen zu den einzelnen Netzwerken, wie z.B. eine Liste der Kernteam-Mitglieder, eine Liste der besonders interessierten Personen und die Aufgabenbeschreibung des Netzwerks.

Unabhängig von den Netzwerken ist darüber hinaus eine Sammlung der Mitarbeiterbiographien und eine Liste von groben Projektbeschreibungen enthalten. Beide sind in die Suchmaschine eingebunden, so dass im Bedarfsfall spezifisches Expertenwissen leicht gefunden werden kann.

Die Herausforderung bei solchen unternehmensweiten Datenbanken ist, kein Datengrab entstehen zu lassen. Deshalb gelangen nur Dokumente in dieses Best-Practices-System, die von den Experten in den Kernteams gefiltert und gegebenenfalls überarbeitet wurden. Veraltete Dokumente werden regelmäßig gelöscht, denn nur ein aufgeräumtes System garantiert ein schnelles Finden der gesuchten Informationen und damit die Benutzerzufriedenheit. Jede Netzwerk-Datenbank enthält im Mittel einige hundert Einträge, wobei diese aus einzelnen oder mehreren Dokumenten verschiedenster Formate und manchmal sogar ganzen Datenbanken bestehen können.

Jeder Eintrag liegt in der Ursprungssprache vor und ist mit einer englischen Zusammenfassung versehen. Dieser zusammenfassende Kurztext ist jeweils so selbsterklärend, dass man den Nutzen des jeweiligen Dokuments abschätzen kann. In der nächsten Version soll es eine automatische Übersetzung dieser Abstracts in wichtige Landesprachen der Benutzer geben.

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Eine anerkannte Lösung

Das Wissensmanagement-Modell der IBM ist in der täglichen Praxis gereift und zu einer weltweit anerkannten Lösung geworden. Es wurde u.a. von der GIGA Group 1998 für Nordamerika und 1999 weltweit mit dem GIGA Excellence Award als herausragend prämiert. Unter dem Namen KnowledgeLab wird diese Kombination aus Prozessen und Tools jetzt auch anderen Unternehmen angeboten.


Literatur:

[1] Nonaka, I.: The Knowledge creating Company. In: Harvard Business Review, November/Dezember 1991.

[2] Stewart, T.A.: Der vierte Produktionsfaktor. Wachstum und Wettbewerbsvorteile durch Wissensmanagement. Hanser 1998.
[3] Azzarello, R./Haack, D./Schoeps, F./Smith, B.: The design and implementation of Intellectual Capital Management. In: SIM Network, Vol. VII, Issue V, 1996.

[4] Peter Drucker auf der Delphi Knowledge Management Konferenz, San Diego, Juni 1998.

[5] Lang, E.: Putting Management Focus on intangible Assets. In: Knowledge Management – a real business Guide. Caspian Publishing Ltd, London.

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